Methodik und Datenbasis
Diese Seite erklärt, woher die Zahlen auf Gehälter.net kommen, wie das Modell rechnet und wo seine Grenzen liegen. Wer Gehaltsdaten nutzt, sollte wissen, wie sie entstanden sind.
Was die Werte sind, und was nicht
Die Gehaltsangaben sind Modellwerte. Sie beruhen auf öffentlich verfügbarer Verdienststatistik, auf tariflichen Entgelttabellen und auf den branchenüblichen Spannen, die in Stellenausschreibungen und Vergütungsberichten sichtbar werden. Sie sind keine Erhebung unter unseren Nutzenden und keine Zusicherung. Für einen einzelnen Arbeitsvertrag können sie deutlich danebenliegen.
Nutze sie so, wie eine Vergütungsberatung sie nutzt: als Orientierungsrahmen für eine Verhandlung, nicht als Beweis.
Warum Median statt Durchschnitt
Ein arithmetischer Durchschnitt wird von wenigen sehr hohen Gehältern nach oben gezogen. In Berufen mit breiter Streuung liegt er regelmäßig über dem, was die meisten tatsächlich verdienen. Der Median ist der Wert in der Mitte: Die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger. Er beschreibt die typische Lage besser.
Zusätzlich weisen wir das untere und das obere Quartil aus. Zwischen diesen beiden Werten liegen die mittleren 50 Prozent. Diese Spanne ist für eine Verhandlung die wichtigste Zahl, weil sie zeigt, was im Rahmen des Üblichen verhandelbar ist.
Die vier Faktoren im Modell
Aus dem bundesweiten Basiswert je Beruf entsteht der Vergleichswert über vier multiplikative Faktoren.
| Beruf | Basiswert mit Median, Quartilen, Einstiegs- und Spitzenwert. Grundlage sind Verdienststatistik, Tariftabellen und Marktbeobachtung. |
|---|---|
| Berufserfahrung | Fünf Stufen von 0,80 beim Einstieg bis 1,21 nach über zwanzig Jahren. Die Kurve steigt am Anfang steil und flacht danach ab. |
| Bundesland | Faktoren zwischen 0,85 und 1,08 gegenüber dem Bundesmittel. Sie bilden Branchenstruktur, Tarifbindung und Arbeitgeberdichte ab. |
| Unternehmensgröße | Vier Stufen von 0,90 unter 100 Beschäftigten bis 1,18 im Konzern. |
Wie das Perzentil berechnet wird
Gehaltsverteilungen sind rechtsschief: Nach unten ist der Abstand zur Mitte kleiner als nach oben. Deshalb modellieren wir sie als Lognormalverteilung. Aus Median und Quartilsabstand ergeben sich die beiden Parameter, aus ihnen die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gezogenes Gehalt unter deinem liegt. Das Ergebnis ist dein Perzentil.
Beim 70. Perzentil verdienen 70 Prozent der Vergleichsgruppe weniger als du. Die Werte sind auf 1 bis 99 begrenzt, weil die Ränder statistisch nicht belastbar sind.
Der Brutto-Netto-Rechner
Der Rechner setzt den Einkommensteuertarif nach Paragraf 32a EStG um, dazu die Vorsorgepauschale, den Solidaritätszuschlag mit Freigrenze und Milderungszone, die Kirchensteuer mit dem Satz des jeweiligen Bundeslandes sowie alle vier Sozialversicherungen mit ihren Beitragsbemessungsgrenzen. Berücksichtigt sind auch der Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung, der Abschlag ab dem zweiten Kind und die Sonderregelung in Sachsen.
Die Steuerklassen V und VI werden nach dem Zuschlagsverfahren des Paragrafen 39b Absatz 2 EStG berechnet. In Einzelfällen kann das Ergebnis um wenige Euro von der Lohnabrechnung abweichen, weil dort weitere individuelle Merkmale einfließen.
Alle verwendeten Sätze und Grenzen stehen offen auf der Seite des Brutto-Netto-Rechners. Nicht abgebildet sind Beamte, Minijobs, Kurzarbeit, Werkstudenten, geldwerte Vorteile und Einmalzahlungen.
Was das Modell nicht kann
- Es kennt keine einzelnen Arbeitgeber. Zwei Unternehmen derselben Größe in derselben Stadt können 20 Prozent auseinanderliegen.
- Es bildet keine variable Vergütung ab. In Vertrieb und Beratung ist der Bonus oft der entscheidende Teil.
- Es kennt keine Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. In Pflege, Produktion und Rettungsdienst sind das mehrere hundert Euro im Monat.
- Es unterscheidet nicht nach Geschlecht, obwohl die Lücke in der amtlichen Statistik messbar ist. Wir zeigen bewusst eine Zielgröße, keine Fortschreibung bestehender Ungleichheit.
Aktualisierung und Korrekturen
Die Steuer- und Beitragswerte werden zum Jahreswechsel geprüft und angepasst. Das Datum steht direkt am Rechner. Die Gehaltsdaten werden fortlaufend überarbeitet, wenn neue Statistiken oder Tarifabschlüsse vorliegen.
Wenn dir ein Wert falsch vorkommt und du eine Quelle hast, schreib uns über die Kontaktseite. Belegbare Hinweise werden eingearbeitet.